Neue Regeln E-Mopeds: Bye Bye Radweg - Das gilt ab dem 1. Oktober in Österreich

Aktualisiert: 6. Okt.
Wer in Österreich mit einem elektrischen Untersatz unterwegs ist, muss sich seit dem 1. Oktober 2026 auf gravierende Änderungen einstellen. Mit dem Inkrafttreten der 36. StVO-Novelle zieht der Gesetzgeber eine klare Trennlinie zwischen klassischen E-Bikes und sogenannten „E-Mopeds“.
Und weil wir die Fragezeichen in deinem Kopf vor uns sehen, erklären wir dir das in unserem Blog nun verständlich. In diesem Blog findest du die neuen Regeln für E-Mopeds, E-Scooter und E-Bikes logisch erklärt und ohne komplizierte Fachwörter und zahlreiche Paragrafen. Am Ende erkläre ich dir auch, welche Kosten auf dich zukommen. Das wichtigste: der Radweg ist für viele ab sofort Tabu.
Inhaltsverzeichnis
wen betreffen die neuen regeln für e-mopeds in österreich?
Kurz gesagt: Du hast ein rein
elektrisches
einspuriges E-Fahrzeug ohne Pedal aber mit Sitz,
gibst per Hand Gas
und kannst damit eine Geschwindigkeit von rund 25 km/h erreichen?
Dann bist du von den neuen Regelungen für E-Fahrzeuge in Österreich betroffen.

Nochmal genauer. Die Regelung gilt für:
E-Mopeds, E-Scooter & E-Roller ohne Pedale: Rein elektrisch angetriebene, einspurige Fahrzeuge (oft im klassischen Vespa-Look oder als E-Chopper), selbst wenn sie bauartbedingt, nicht schneller als 25 km/h fahren und nicht mehr als 250 Watt Nenndauerleistung haben.
E-Bikes mit Gasgriff: Modelle, die zwar Pedale besitzen, deren Motor sich aber über einen Gasgriff oder Gashebel komplett ohne Treten aktivieren lässt.
E-Scooter mit fest verbautem Sitz: Fahrzeuge, die optisch wie ein Steh-Roller aussehen, aber mit einer Sitzvorrichtung ausgestattet sind.
S-Pedelecs: Schnelle Elektrofahrräder, deren Motorunterstützung erst bei 45 km/h abschaltet.
Bisher wurden solche Fahrzeuge rechtlich wie Fahrräder behandelt. Seit dem Stichtag gelten Fahrzeuge der EU-Klasse L1e-B ohne Pedalantrieb offiziell als Kraftfahrzeuge (zweirädige Kleinkrafträder).
diese regeln gelten ab sofort für einspurige e-fahrzeuge in österreich

Radweg-Verbot
Radwege, Fahrradstraßen und das Fahren gegen die Einbahn sind ab sofort absolut tabu. Du musst zwingend auf der Fahrbahn fahren.
Kennzeichen & Zulassung
Das Fahrzeug muss in der Genehmigungsdatenbank eingetragen sein (also bei einer Zulassungsstelle angemeldet werden) und eine rote Moped-Nummerntafel tragen. (Weiter unten findest du die Notwendigen Unterlagen, die du dafür brauchst)
Versicherungspflicht
Ohne eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung darfst du nicht mehr auf die Straße. Und damit meinen wir wirklich gar nicht. Hier gilt nämlich nicht mehr "Wer sein Moped liebt, der schiebt." :-) Übrigens gilt auch, dass du es "unangemeldet" nicht mehr an öffentlichen Parkplätzen und Orten abstellen/parken darfst.
Führerschein-Pflicht
Du benötigst mindestens eine Lenkberechtigung der Klasse AM (Mopedführerschein). Ein normaler Autoführerschein (Klasse B) ist natürlich auch zulässig.
Helm & Alkohol
Ein einfacher Fahrradhelm reicht nicht mehr – ein echter Motorrad- oder Moped Helm ist Pflicht. Zudem sinkt die Promillegrenze von den fahrradüblichen 0,8 auf 0,5 Promille.
Pickerl-Überprüfung
Dein Gefährt muss ab jetzt regelmäßig zur § 57a-Begutachtung, also zum klassischen Pickerl einmal pro Jahr.
Folgende Fahrzeuge sind NICHT betroffen
Nicht betroffen sind weiterhin Normale E-Bikes (die durch dein Treten elektrisch unterstützen, ausgenommen die oben angeführten) sowie die dreirädrigen Lastkarren (TucTuc`s bis 600Watt und bis 25kmh) sowie Behindertenfahrzeuge (zb. Graf Carello bis 25kmh). Und die beste Nachricht des Tages: auch der klassische elektrische Steh-Roller ist nicht betroffen (hier gilt dennoch: fahr bitte vorsichtig!).
Was brauche ich für die Zulassung von e-mopeds in österreich?
Amtlichen Lichtbildausweis
Kaufvertrag für das einspurige Fahrzeug oder ein anderer Besitznachweis
Versicherungsbestätigung für die Haftpflicht-Versicherung (bekommst du von deiner Versicherung oder wie unsere Kunden, direkt von uns als Ansprechpartner und Versicherungsmakler)
Fahrzeugdokumente (Typenschein, CoC-Papier, Datenauszug aus der Genehmigungsdatenbank oder eine Einzelgenehmigung)
Für Gebrauchtfahrzeuge braucht man auch ein gültiges §-57a-Prüfgutachten.
Es werden also quasi die gleichen Unterlagen benötigt als wenn man ein KFZ anmelden würde.
Was kostet dich die Versicherung für dein E-Moped im Jahr?
Jetzt zum Teil, der den Großteil von euch am meisten interessiert. Die Pflichtversicherung für dein E-Moped ist eine der günstigsten Kfz-Versicherungen, die es gibt. Je nach Anzahl der Sitzplätze und gewünschtem Deckungsumfang zahlst du für die Moped-Haftpflichtversicherung rund 37 bis 170 Euro pro Jahr. Wo du in dieser Spanne landest, hängt an diesen Punkten:
Sitzplätze: Ein Einsitzer ist günstiger als ein Zweisitzer. Wer jemanden mitnehmen darf, erhöht das Risiko.
Deckungssumme: Die gesetzliche Mindestversicherungssumme liegt bei 7.790.000 Euro. Mehr Deckung kostet dich nur ein paar Euro im Jahr. Zusatzbausteine: Teilkasko, Diebstahl, Lenker- und Insassenunfall, Rechtsschutz oder Pannenhilfe schlagen sich in der Prämie nieder.
Zahlungsweise: Jährlich zahlen ist in der Regel günstiger als monatlich.
Anbieter: Zwischen der günstigsten und der teuersten Prämie liegt bei gleicher Leistung oft das Doppelte bis Dreifache.
Eine gute Nachricht hat der Gesetzgeber für dich: Motorfahrräder sind von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit, bei E-Mopeds gilt das bis 4 kW Dauerleistung. Du zahlst also nur die Prämie plus die gesetzliche Versicherungssteuer, keinen monatlichen Steueraufschlag wie beim Auto.
Warum deine private Haftpflichtversicherung ab jetzt nicht mehr greift
Das ist der Punkt, der aktuell am häufigsten übersehen wird. Solange dein E-Moped rechtlich ein Fahrrad war, ist ein Schaden über deine private Haftpflichtversicherung gelaufen. Seit 1. Oktober 2026 ist dasselbe Fahrzeug ein Kraftfahrzeug, und Kraftfahrzeuge sind in der Privathaftpflicht ausdrücklich ausgenommen.
Heißt im Klartext: Wenn du weiterfährst wie bisher, bist du nicht einfach schlechter versichert, du bist gar nicht versichert. Bei einem Sturz mit einer Fußgängerin geht es nicht um ein paar hundert Euro, sondern um Heilungskosten, Verdienstentgang und im schlimmsten Fall um eine Rente. Diese Summen zahlst du dann selbst und wird von keiner Versicherung übernommen.
Welche Deckungssumme du wählen solltest
7.790.000 Euro klingen nach unendlich viel Geld. Bei einem schweren Personenschaden mit dauerhafter Pflege ist diese Summe schneller aufgebraucht, als du glaubst. Schau beim Vergleichen nicht nur auf die Prämie, sondern vor allem auf die Deckungssumme. Eine höhere Summe kostet beim Moped meist nur ein paar Euro mehr im Jahr.
Welche Zusatzdeckungen bei einem E-Moped Sinn machen
Die Haftpflicht zahlt nur Schäden, die du anderen zufügst. Alles, was dich selbst und dein Fahrzeug betrifft, ist freiwillig:
Teilkasko und Diebstahl: E-Mopeds stehen oft ungesichert im Hof, vor der Arbeit oder vor der Schule. Der Akku allein ist ein beliebtes Ziel.
Lenker- und Insassenunfall: Für deine eigenen Verletzungen. Ohne Knautschzone trifft es dich zuerst, nicht den anderen.
Kfz-Rechtsschutz: Wenn die Schuldfrage strittig ist oder ein Strafverfahren droht.
Pannen- und Unfallhilfe: Mit leerem Akku oder platten Reifen stehst du sonst an.
Was davon passt, hängt vom Fahrzeugwert ab und davon, wer damit fährt. Bei einem 500-Euro-Gerät brauchst du selten eine Kasko, bei einem E-Moped für 3.000 Euro meistens schon. Fährt dein 15-jähriges Kind damit, schaust du dir die Unfalldeckung genauer an.
Die Versicherungsbestätigung ist dein Schlüssel zur Zulassung
Schau dir die Liste der Unterlagen oben nochmal an. Ein Punkt darauf ist der, der alles andere blockiert: die Versicherungsbestätigung. Die bekommst du nicht bei der Behörde, sondern von einem Versicherungsmakler, einer Versicherungsagentur oder direkt beim Versicherer. Ohne sie gibt es keine Nummerntafel, und ohne Nummerntafel darfst du nicht fahren. Die Versicherung ist also nicht der letzte Schritt, sondern der erste. In der Praxis scheitert es aktuell an zwei Stellen:
Die Fahrzeugpapiere fehlen
Ohne Typenschein, CoC-Papier oder Datenauszug aus der Genehmigungsdatenbank geht die Zulassung nicht. Bei billig importierten Modellen aus Online-Shops ist das oft gar nicht mehr zu beschaffen. Prüf das jetzt, nicht erst an der Zulassungsstelle.
Das Fahrzeug wird falsch eingeschätzt
Viele halten ihr Gerät für ein E-Bike, weil Pedale dran sind. Entscheidend ist aber, ob es auch ohne Treten fährt.
Häufige Fragen zur E-Moped-Versicherung
Braucht mein E-Moped wirklich eine eigene Versicherung?
Ja, wenn es ohne Treten fährt. Seit 1. Oktober 2026 gilt es als Kraftfahrzeug und braucht Zulassung, Nummerntafel, Kfz-Haftpflichtversicherung, Führerschein und Helm.
Was kostet die Moped-Haftpflichtversicherung im Jahr?
Je nach Sitzplätzen und Deckungsumfang rund 37 bis 170 Euro pro Jahr. Mit Kasko und Zusatzbausteinen wird es entsprechend mehr.
Reicht meine private Haftpflichtversicherung nicht?
Nein. Kraftfahrzeuge sind dort ausgenommen. Du brauchst eine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung.
Was passiert, wenn ich ohne Versicherung und Nummerntafel weiterfahre?
Es drohen Verwaltungsstrafen. Richtig teuer wird es im Schadenfall, denn dann haftest du persönlich für den gesamten Schaden.
Ist mein normales E-Bike auch betroffen?
Nein. Wenn der Motor nur beim Treten unterstützt und es keinen Gasgriff gibt, bleibt es ein Fahrrad. Keine Zulassung, keine eigene Versicherung.
Ich habe ein S-Pedelec mit 45 km/h. Was gilt für mich?
Auch dein Fahrzeug fällt unter die neuen Regeln und braucht Zulassung, Nummerntafel und Kfz-Haftpflicht. Weil mehr Tempo mehr Risiko bedeutet, schau dir hier die Deckungssumme besonders genau an.
Wie schnell bekomme ich die Versicherungsbestätigung?
Wenn die Fahrzeugdaten vorliegen, in der Regel am selben Tag.
Du weißt nicht, ob dein einspuriges E-Fahrzeug betroffen ist? Buche dir eine gratis Erstberatung und wir schauen uns zusammen an, ob du eine Zulassung brauchst, welche Versicherung dazu passt und was sie kostet. Du bekommst die Versicherungsbestätigung für die Anmeldung direkt von uns.
